Home Blog erstellt am: : 02/03/09 Zuletzt aktualisiert : / 41 veröffentlichte Einträge

Ende  Verfasst: Mittwoch, den 29. April 2009 21:03

Ich danke allen meinen Besuchern für ihr Interesse. Aber hier ist es aus.

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Doch nicht geschimpft  Verfasst: Freitag, den 17. April 2009 16:47

Beinahe täglich kommt ein Bub zu uns, vielleicht 10 Jahre alt. Seinen Namen kenne ich nicht, ich vermute, dass er Türke ist. Große, neugierige Augen hat er, ein bisschen pummelig ist er, nicht richtig dick, aber eben ein bisschen rund. Er ist mir aufgefallen, weil er mit einer Begeisterung alle möglichen Bücher liest und sich für alles interessiert. Dann hat er ein Leuchten in den Augen und sitzt ganz selbstvergessen da, wie man es heutzutage bei Kindern gar nicht mehr so oft sieht.

Manchmal würde er auch gerne im Internet surfen. Das kann man bei uns auch. Man holt sich einen Zettel mit einem Zugangscode, dann kann man surfen. Irgendwann ist er mit so einem Zettel in der Hand dagestanden und hat sehr traurig geschaut. Da habe ich ihn gefragt, was los ist. Die großen Kinder nehmen ihm immer den Zettel weg und lassen ihn nicht surfen, hat er gesagt. Dann habe ich ihm angeboten, ich gehe mit ihm und schimpfe die anderen Kinder aus. Wenn ich in Form bin, kann ich ganz fürchterlich schimpfen, da traut sich keiner mehr aufmucken. Wenn ich in Form bin. An dem Tag war ich in Form und hätte das ohne weiteres getan. Aber er wollte nicht. Wahrscheinlich muss er es sonst büßen, sobald ich nicht mehr hinschaue. Ein wenig ratlos hat mich das gemacht. Mobbing unter Kindern. Wie geht man damit um?

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Antwort vom 17. April 2009  Verfasst: Freitag, den 17. April 2009 16:34

Sabine, Rolf, Ghost, Claudia und Panda: Da ihr alle meine letzte Geschichte schön und traurig gefunden habt, gibt es heute eine pauschale Antwort. Eigentlich gibt es euren Kommentaren nicht mehr viel hinzuzufügen. Bewundert habe ich die Fähigkeit dieser Frau, ihren Mann, obwohl er nicht mehr der ist, der er einmal war, immer noch zu lieben und dann auch ihren Wunsch, ihm das Leben so schön wie möglich zu gestalten. Dass sie einen Zugang zu seinen Gefühlen gefunden hat, auch wenn er vieles nicht mehr versteht. Als ich die beiden so nebeneinander gesehen habe, war ich mir sicher, dass er immerhin die Zuneigung seiner Frau spüren kann. Was in seinem Kopf vorgeht, weiß ich nicht, aber diese Liebe wird ihm sicher ein Trost sein, denke ich.

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Der Gehstock  Verfasst: Freitag, den 10. April 2009 20:27

Da lehnt ein Gehstock an einem Regal. Ein Stück entfernt geht ein alter Mann mit einem anderen Stock, der diesem sehr ähnlich sieht. Sehr, sehr langsam geht er. Meine Schlussfolgerung: Er hat seinen Stock vergessen. Ich nehme den Gehstock und trage ihn ihm nach, frage ihn: "Ist das Ihr Stock?" Zwei leere Augen blicken mich an, verständnislos, mit einer ganz leisen Frage darin und einer ganz leichten Verwirrung. Eine fröhliche alte Frau kommt dazu und sagt: "Ja, das ist sein Stock." Und da erkenne ich sie wieder. Vor einiger Zeit war sie einmal bei uns und hat angekündigt, dass sie jetzt nicht mehr so oft kommen kann. Ihr Mann hat Alzheimer, und sie muss sich um ihn kümmern. Dann erzählt sie mir die ganze Geschichte. Sie wohnen auf dem Land. Das Auto hat sie verkauft, nachdem ihr Mann krank geworden ist, aber von dem Geld, das sie sich dadurch erspart, packt sie ihren Mann hin und wieder in ein Taxi und macht Ausflüge mit ihm. Das tut ihm gut, sagt sie. Es ist nicht mehr leicht, das Leben mit ihrem Mann. Aber sie will ihm ein schönes Leben machen, so lange es ihr möglich ist. Dabei sieht sie ihn liebevoll an, mit einer großen Zärtlichkeit, und ich weiß nicht so recht, ob das jetzt eine traurige oder eine schöne Geschichte ist. Ich bewundere sie.

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Antwort vom 10. April 2009  Verfasst: Freitag, den 10. April 2009 20:07

Sehr still war es hier in den letzten Tagen. Habe viel gearbeitet und Besuch gehabt.

Rolf, ich stelle mir das auch sehr lustig vor, wie die geschwätzige Nachbarin hinter einem Regal lauert, um ihn abzupassen, oder hinter einem Busch, wenn er das Haus verlässt. Ist wirklich eine schöne Vorstellung. Aber letztendlich hat er sich das selbst eingebrockt. Trotzdem, ein bisschen kann ich ihn doch bedauern.

Und Claudia, ich fürchte fast, diese Frau wird ihm den großen Gewinn noch wegschnappen. Falls was dran ist an der Geschichte. Allerdings bin ich mir da nicht ganz sicher.

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